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Es braucht Angebote, die über die Grundversorgung hinausgehen

Fachkonferenz Jugend informiert sich über Unterstützungsmöglichkeiten der Flüchtlingsarbeit

  Auf dem Foto von links: Vikar Douglas Cheruvathoor, Dr. Georg Pahlke, Marion Dinand, Vikar Geo Pallipurathukaran, Pastor Peter Lauschus, Pastor Raphael Schliebs, Patricia Kesseler, Elke Krämer, Sandra Kluge, Monika Konegen und Michael Wöstemeyer Im Kreis Höxter kommen seit einer Woche neue Flüchtlinge an, die für zwei bis drei Wochen übergangsweise in der zentralen Flüchtlingseinrichtung „Clementinum“ in Bad Driburg untergebracht werden. Michael Wöstemeyer, Leiter der Flüchtlingseinrichtung informierte die Mitarbeiter der Fachkonferenz Jugend, dazu zählen hauptamtliche Vertreter aus der Katholischen Jugendarbeit im Dekanat Höxter, über die derzeitige Flüchtlingssituation hierzulande und über die Eröffnung des „Clementinums“.

Die vielen Flüchtlinge, die in dieser Zeit bei uns eintreffen, haben die Fachkonferenz Jugend des Dekanat Höxter dazu bewogen, sich über die Situation im Kreis Höxter zu informieren, um daraus mögliche Hilfen in den Gemeinden vor Ort zu organisieren.

Die Flüchtlinge, die im Kreis Höxter ankommen, stammen zumeist aus Syrien, Iran, Irak, Afghanistan und den Balkanstaaten. In jüngster Zeit kommen auch viele Menschen aus den afrikanischen Ländern wie Eritrea und Somalia zu uns.

„Sie haben auf ihrer Flucht viel mitgemacht und möchten hier bei uns erst einmal zur Ruhe kommen“, erzählt Michael Wöstemeyer. Er sieht es als seine Aufgabe an, den Menschen eine gastliche Atmosphäre in der Einrichtung zu schaffen und Ihnen ein Gefühl der Sicherheit zu geben.

Michael Wöstemeyer leitete bereits das Flüchtlingsheim in Nieheim, das im Kolpinghaus von April 2013 an für ein Jahr bis zu 200 Flüchtlinge beherbergte. Mit der großen Flüchtlingsschwemme im August und September dieses Jahres wurde das Kolpinghaus nochmals kurze Zeit vorrübergehend für die Unterbringung von Flüchtlingen geöffnet. Gleichzeitig ging das Kolping Bildungswerk dem Anliegen des Landes nach, eine weitere Flüchtlingseinrichtung zu errichten. Diese wurde nach Umbauarbeiten jetzt in Bad Driburg eröffnet und kann bis maximal 330 Menschen aufnehmen.

Es sind überwiegend junge Männer zwischen 20 und 30 Jahren, die als Alleinreisende hier ankommen - aber auch junge Familien mit kleinen Kindern. Die Menschen, die zu uns kommen sollen sich von den Strapazen der Flucht in einer freundlichen Umgebung erholen können. Dazu gehört auch, dass in der Einrichtung nicht von „Flüchtlingen“ sondern von „Bewohnern“ gesprochen wird, erklärt Michael Wöstemeyer.

„Es ist gut, dass es viele Menschen gibt, die ihre Hilfe anbieten. Insbesondere Kleider- und Essensspenden werden zahlreich angeboten, doch es braucht auch über die Grundversorgung hinaus weitere Unterstützung“ erklärt der Leiter der Einrichtung. So ist es wichtig, dass „religiöse Angebote und pastorale Orte“ für diejenigen geschaffen werden, denen es wichtig ist ihren Glauben zu leben. Herr Wöstemeyer berichtet von guten Erfahrungen, die er mit einem Raum der Stille, der gleichermaßen für Muslime und Christen ein Rückzugsort bot, in Nieheim gemacht hat. Aber auch Menschen, die sich im Bereich der Freizeitgestaltung engagieren, Sport- oder Kreativangebote machen oder Sprachkurse anbieten sind wichtig, damit die Flüchtlingsarbeit gut gelingen kann. Um solche Angebote zu koordinieren hat sich in Bad Driburg bereits ein „Runder Tisch“ gebildet.

„Es braucht Menschen die sich hier engagieren und die sich aus ihrem christlichen Selbstverständnis heraus der Flüchtlinge annehmen“, erklärt Dekanatsjugendseelsorger Peter Lauschus. Vor Ort, in den Gemeinden, den Jugendverbänden, den Sportvereinen und in anderen Gruppen muss darüber nachgedacht werden, welche Hilfe jeder anbieten kann, damit die Flüchtlingsarbeit hier bei uns gut gelingt. Dieses Anliegen soll in die Gemeinden vor Ort getragen werden.

Bericht: Elke Krämer