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„Was nicht verboten ist, ist erlaubt“

Erfurter Kirchenrechtsprofessorin Myriam Wijlens auf Einladung des Dekanatsbildungswerkes zu Gast im Dekanat Höxter

„Was nicht verboten ist, ist erlaubt“
Erfurter Kirchenrechtsprofessorin Myriam Wijlens auf Einladung des Dekanatsbildungswerkes zu Gast im Dekanat Höxter

Zunächst konnten sie im Vortrag von Professorin Dr. Myriam Wijlens entdecken, welche Spielräume das nach dem II. Vatikanischen Konzil erneuerte Kirchenrecht den Christen einräumt: Laienmitarbeiter sind nicht Lückenbüßer beim Priestermangel, sondern sie haben ganz viele Möglichkeiten, das Gemeindeleben der Zukunft mitzugestalten. Ein Perspektivenwechsel zeigt: Nicht der Pfarrer hat eine Gemeinde, sondern die Gemeinde hat einen Pfarrer – betonte Wijlens. Nicht erst eine Weihe oder Wahl rufen zur Mitwirkung, bereits die Taufe stellt den Beginn eines neuen Lebens dar: Alle Getauften haben eine gleiche Würde – ohne Unterschied von Rang und Stand. So spreche das Kirchenrecht den Laienmitarbeitern nicht Unterordnung oder Mithilfe zu, sondern Teilhabe an der Bewegung der Kirche zu den Menschen hin. Insbesondere in den „7 Werken der Barmherzigkeit“ könne sich diese Taufberufung mit all ihren unterschiedlichen Diensten entfalten. Letztlich wurde allen ehrenamtlich Tätigen und kirchlich Beauftragten die neue Vielfalt deutlich: Die Möglichkeiten einer Kirche, die immer noch im Aufbruch ist und sich getrost vom Versorgungsdenken und ängstlichen Hierarchieunterwerfungen lösen kann.