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Eine KjG-Jugendgruppe (Alter ca 10 bis 14 Jahre) macht eine Kanufahrt auf einem Kanal. Die Gruppe wird geleitet von zwei Jugendleiter*innen: Sabine (17 Jahre) und Klaus (18 Jahre).

Bei der Fahrt passiert die Gruppe einige Schleusen, die auch Kanus schleusen. Das ist eine herrliche und spannende Sache. Eine Schleuse ist allerdings wegen Reparaturarbeiten blockiert. Deshalb müssen die Kinder die Kanus umtragen. Sie ziehen ihre Kanus aus dem Wasser. Dabei helfen sie sich gegenseitig. Hinter der Schleuse ist es ziemlich steil und die Jugendleiter*innen müssen auf jeden Fall vorne sein und helfen.

Der Weg führt über zwei Weiden auf denen Kühe grasen. Eigentlich steht an den Gattern ein Schild: Das Betreten ist für Unbefugte strengstens verboten. Es gibt auch einen anderen Weg, um die Schleuse zu umgehen. Der ist jedoch etwas länger. Sabine und Klaus entscheiden, trotzdem über die Weide zu gehen. Sie haben dabei zwar ein schlechtes Gefühl, jedoch müssen sie rechtzeitig an ihrem Ziel ankommen. Sie meinen, dass der Bauer das sicher verstehen würde.

An der Wiese sind zwei Gatter zu öffnen und zu schließen. Die Jugenleiter*innen geben die Anweisung, dass die Kinder auf jeden Fall die Gatter schließen müssen. Sie kontrollieren auch beim ersten Gatter, ob es geschlossen wurde.

Paul und Steffi sind die letzten beiden mit ihrem Kanu. Sie sind die Jüngsten in der Gruppe und sind ziemlich klein. Sie haben deshalb Mühe, den Anschluss zu behalten. Außerdem sind sie bei einer solchen Fahrt das erste mal mit dabei. Es ist vieles einfach sehr neu für sie. Sie lassen aus Versehen das letzte Gatter offen.

Die Kühe freuen sich über die ungewollte Freiheit, toben über ein Getreidefeld und verursachen einen Verkehrsunfall, als sie auf die angrenzende Bundesstraße laufen. Eine Kuh läuft vor ein Auto und verursacht einen Unfall. Der Fahrer und sein sechsjähriger Sohn werden schwer verletzt. Die Kuh überlebt den Unfall leider nicht.

Fragen:

Liegt eine Verletzung der Aufsichtspflicht vor?

Was hätten die Jugendleiter*innen unternehmen müssen?

Wer hat sich hier weswegen strafbar gemacht?

Bestehen zivilrechtliche Ansprüche?