© Tatyana Aksenova / Shutterstock.com
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Kirchen + Kino - Der Filmtipp

Das Projekt präsentiert Filme unterschiedlicher Genres, die von der evangelischen und katholischen Filmarbeit in Deutschland und der Schweiz als Film des Monats bzw. als Kinotipp der katholischen Filmkritik hervorgehoben wurden. Das aktuelle Programm findet ihr hier.

Staffel 2026/2027

Die neue Staffel „Kirchen und Kino. Der Filmtipp“ präsentiert Filme, die auf eine intensive Reise einladen: in vergangene Zeiten, in verschiedenste Lebensumstände, zu den Schicksalen von Menschen.

Kurzbeschreibungen

Land/Jahr: Norwegen/Dänemark 2025

Regie: Joachim Trier

Darsteller: Renate Reinsve, Stellan Skarsgård, Elle Fanning u.a.

Länge: 129 Minuten

Altersfreigabe: Sehenswert ab 14

 

Familiendrama um einen Regisseur, der seine entfremdete Tochter für die Hauptrolle seines neuen Films gewinnen will. Regisseur Joachim Trier verwebt Trauer und Familienkonflikte zu einem Drama, in dem Realität und Film immer wieder ineinander übergehen. Der melancholische, zugleich warmherzige Ton macht den Film zu einer emotionalen Studie über Nähe und Inszenierung. NO/DK 2025

Joachim Trier erzählt von zwei Schwestern, die nach dem Tod ihrer Mutter erneut mit ihrem entfremdeten Vater konfrontiert werden – einem gefeierten Regisseur, der seine Familie stets der Kunst unterordnete. Als er seine Tochter Nora für die Hauptrolle eines autobiografischen Films gewinnen will, brechen alte Verletzungen und verdrängte Erinnerungen auf. Der Film verbindet Familiendrama, Kunstreflexion und melancholische Tragikomödie zu einer emotional komplexen Erzählung. Dabei werden Themen wie Trauer, Erinnerung, Manipulation und die Sehnsucht nach Nähe verhandelt.

Mit ruhigen Kamerabewegungen, verschachtelten Erzählebenen und der symbolisch aufgeladenen Familienvilla im Zentrum entsteht eine intime, bittersüße Atmosphäre zwischen Schmerz, Humor und versöhnlicher Melancholie.

 

Kino Bad Driburg: Mittwoch, 02.09.2026, 19:00 Uhr

Cineplex Warburg: Dienstag, 13.10.2026, 19:30 Uhr

Land/Jahr: Deutschland 2025.

Regie: Christina Tournatzés.

Darsteller: Elise Krieps, Rainer Bock, Imogen Kogge, Katharina Schüttler u.a

Länge: 104 Minuten

Altersfreigabe: Sehenswert ab 14

 

Bundesrepublik 1962: Ein zwölfjähriges Mädchen läuft seiner Familie davon und zeigt den Vater wegen sexuellen Missbrauchs an. Ein älterer Richter nimmt sich des Kindes an und bereitet es auf den eigentlich aussichtslosen Prozess vor. Ruhig inszeniertes Drama über Trauma, Gerechtigkeit und die Möglichkeit von Vertrauen. DE 2025

Im Bayern des Jahres 1962 läuft die zwölfjährige Karla von zu Hause weg und zeigt ihren Vater wegen sexuellen Missbrauchs an. Vor Gericht trifft sie auf einen zunächst distanzierten Richter, der zwischen juristischen Zwängen und menschlichem Mitgefühl vermitteln muss. Die Erzählung orientiert sich an einem realen Fall und wird inszeniert als stilles, eindringliches Drama über Sprachlosigkeit, Machtstrukturen und den Mut, sich gegen patriarchale Gewalt zu stellen. Der Film setzt auf Andeutungen, fragmentarische Rückblenden und symbolische Bilder.

Dunkle Brauntöne, enge Räume und eine reduzierte Tonspur erzeugen eine beklemmende Atmosphäre, während wiederkehrende Motive wie Wasser, Atemgeräusche oder der Klang einer Stimmgabel Karlas Trauma sichtbar machen. Ein kraftvoller Film über Würde, Vertrauen und das schwierige Ringen um Wahrheit.

 

Kino Bad Driburg: Mittwoch, 07.10.2026, 19:00 Uhr

Cineplex Warburg: Dienstag, 10.11.2026, 19:30 Uhr

Land/Jahr: Deutschland 2025

Regie: Neele Leana Vollmar

Darsteller: Anke Engelke, Ulrich Tukur, Lukas Rüppel u.a.

Länge: 121 Min

Altersfreigabe: Sehenswert ab 14

 

Zwischen eingespielten Routinen und verdrängten Konflikten geraten zwei Eheleute im Herbst ihres Lebens in eine Krise. Mit feinem Humor und genauen Alltagsbeobachtungen erzählt das Drama von Alter, Entfremdung und Neuanfang. Die melancholische Stimmung wird durch eine zurückhaltende Bildsprache, leise Komik und zwei großartige Darsteller*innen getragen. DE 2025

Im Mittelpunkt steht ein Ehepaar um die sechzig, dessen gemeinsames Leben von Routinen, unausgesprochenen Enttäuschungen und wachsender Entfremdung geprägt ist. Als ein einschneidendes Ereignis die gewohnte Ordnung erschüttert, werden beide gezwungen, ihre Beziehung und ihr bisheriges Leben neu zu betrachten.
Das Drama erzählt von den Herausforderungen des Älterwerdens, von Einsamkeit innerhalb einer Partnerschaft und der Möglichkeit, auch nach vielen Jahren noch Veränderungen zuzulassen. Dabei verbindet der Film leise Tragik und feinen Humor mit großer Menschenkenntnis. Ruhige Einstellungen, präzise beobachtete Alltagsszenen und eine zurückhaltende Inszenierung schaffen eine melancholische, zugleich warme Atmosphäre. So entsteht ein sensibles Porträt über Verlust, Nähe und die Unberechenbarkeit des Lebens.

 

Kino Bad Driburg: Mittwoch, 04.11.2026, 19:00 Uhr

Cineplex Warburg: Dienstag, 08.12.2026, 19:30 Uhr

Land/Jahr: Deutschland 2025

Regie: Wolfgang Becker

Darsteller: Mit Charly Hübner, Christiane Paul, Leon Ullrich, Leonie Benesch u.a.

Länge: 112 Minuten

Altersfreigabe: Sehenswert ab 12

 

Zwischen Mediensatire, Liebesgeschichte und DDR-Erinnerung erzählt der Film von einem Mann, der wider Willen zur Symbolfigur wird. Mit warmherzigem Humor und zahlreichen filmhistorischen Anspielungen entwickelt Wolfgang Becker in seinem letzten Film eine tragikomische Reflexion über Wahrheit, Erinnerungskultur und die Sehnsucht nach Bedeutung. DE 2025

Ein verschuldeter Berliner Videothekenbesitzer wird plötzlich zum gefeierten DDR-Helden stilisiert, nachdem ein Journalist ihn als Drahtzieher einer spektakulären Massenflucht aus Ost-Berlin präsentiert. Was als kleine Flunkerei beginnt, entwickelt sich für den Helden wider Willen zu einem Netz aus Halbwahrheiten, Medienhype und Selbsttäuschung.

Wolfgang Becker verbindet in seinem letzten Film Tragikomödie, Satire und melancholische Zeitgeschichte zu einer warmherzigen Reflexion über Erinnerung, Identität und die Macht öffentlicher Erzählungen. Zwischen Nostalgie und feinem Spott hinterfragt der Film deutsch-deutsche Mythen ebenso wie mediale Heldenproduktion. Mit pointierten Dialogen, einer liebevoll-chaotischen Milieuschilderung und einem spielfreudigen Ensemble entsteht so ein typischer Becker-Film, mal Sozialsatire, mal Liebesdrama, scharfsinnig, romantisch und bewegend.

 

Kino Bad Driburg: Mittwoch, 02.12.2026, 19:00 Uhr

Cineplex Warburg: Dienstag, 12.01.2027, 19:30 Uhr

Land/Jahr: Deutschland 2025

Regie: Michael Schwarz

Länge: 82 Minuten

Altersfreigabe: Sehenswert ab 14

 

Menschen, die beruflich oder privat mit dem Sterben zu tun haben, erzählen von Abschied, Trauer und Trost. Mit beobachtender Kamera, ruhigem Erzählrhythmus und einer Mischung aus Melancholie und schwarzem Humor nähert sich der Dokumentarfilm einem oft verdrängten Thema und findet dabei einen überraschend lebensnahen, warmherzigen Ton. DE 2025

Mit großer Offenheit begleitet dieser Dokumentarfilm Menschen, die täglich mit Sterben, Tod und Trauer konfrontiert sind – in Hospizen, Bestattungsunternehmen oder im privaten Umfeld. Statt den Tod als Tabu oder Schreckensbild zu inszenieren, richtet die Kamera den Blick auf die Lebenden und auf die Frage, wie Abschied gelingen kann. Dabei verhandelt der Film Themen wie Vergänglichkeit, Fürsorge, Würde und den gesellschaftlichen Umgang mit Verlust. Ernste Gespräche stehen neben überraschend komischen Momenten und der Ton ist zugleich nachdenklich, humorvoll und lebensbejahend. Durch beobachtende Bilder, Interviews und eine zurückhaltende Montage entsteht eine intime Atmosphäre, die dem Publikum Raum für eigene Gedanken und Emotionen lässt und auch als Plädoyer für mehr Selbstbestimmung in der Bestattungskultur gesehen werden kann.

 

Kino Bad Driburg: Mittwoch, 06.01.2027, 19:00 Uhr

Cineplex Warburg: Dienstag, 09.02.2027, 19:30 Uhr

Land/Jahr: Deutschland 2025

Regie: Mascha Schilinski.

Darsteller: Lena Urzendowsky, Luise Heyer, Susanne Wuest u.a.

Länge: 154 Minuten

Altersfreigabe: Sehenswert ab 16

 

Vier junge Frauen erleben auf einem Hof in der Altmark zu unterschiedlichen Zeiten über ein Jahrhundert Liebe, Angst, Verlust und Begehren. Mit eindrucksvollem Bild- und Klangteppich und in einer assoziativen Erzählweise verschränkt das Drama Vergangenheit und Gegenwart zu einer ästhetisch und narrativ ausgefeilten Studie über Traumata und weibliche Erfahrung. DE 2025

Ein abgeschiedener Vierseitenhof in Sachsen-Anhalt wird von den 1910er- bis zu den 2020er-Jahren immer wieder zum Ort, an dem Mädchen und junge Frauen ihre Kindheit und Jugend erleben. Familiär lose verbunden, aber ohne Wissen um die Vorgängerinnen, sind vier Biografien und Schicksale durch zahlreiche gemeinsame Berührungspunkte miteinander verwoben. In scheinbar alltäglichen Momentaufnahmen und Impressionen bringt das virtuos montierte Drama die Zeitebenen in einen filmischen Dialog.

Aus Erinnerungsfragmenten und verdrängten Traumata entsteht ein vielschichtiges Bild weiblicher Lebenswelten im Schatten familiärer und gesellschaftlicher Gewalt. Ästhetisch und narrativ meisterlich durchkomponiert, ist der Film von hoher Empathie für die subjektive Wahrnehmung der Hauptfiguren geprägt und entfaltet in seiner bestechenden assoziativen Form außerordentliche Anziehungskraft. Zehnfacher Gewinner beim deutschen Filmpreis.

 

Kino Bad Driburg: Mittwoch, 03.02.2027, 19:00 Uhr

Cineplex Warburg: Dienstag, 09.03.2027, 19:30 Uhr

Land/Jahr: Österreich/Deutschland 2025

Regie: Adrian Goiginger

Darsteller: Valerie Pachner, Robert Stadlober, Jonas Recklies, Victoria Wild u.a.

Länge: 120 Minuten

Altersfreigabe: Sehenswert ab 14

 

Im Mittelpunkt steht eine Berufsclownin, die nach dem Verlust ihrer Familie einen Weg zurück ins Leben sucht. Mit ruhigen Bildern, poetischen Rückblenden und einer fein austarierten Mischung aus Trauer und Lebensfreude erzählt das Drama von Erinnerung, Schmerz und der Fähigkeit, selbst im Unglück Hoffnung und Menschlichkeit zu bewahren. DE 2024

Nach einem tragischen Unfall verliert die Clownin Barbara innerhalb weniger Stunden ihren Mann und ihre beiden Kinder. Während ihre Umgebung Trost und Ordnung sucht, versucht sie, mit einer ungewöhnlichen Mischung aus Schmerz, Lebenshunger und Erinnerung weiterzuleben. Das auf einer wahren Geschichte beruhende Drama vollzieht die Trauerarbeit der Hauptfigur respektvoll nach, ohne ihren Schmerz zu vereinfachen. Rückblenden zeigen auch das frühere Familienleben mit all seinen Spannungen und verhindern so jede Verklärung. Dabei kontrastiert das Drama die Leichtigkeit und Fantasie des Clownsdaseins mit der Wucht des Verlusts und entwickelt daraus eine berührende Balance zwischen Melancholie und Hoffnung. Ohne Pathos setzt die Inszenierung auf stille Gesten, emotionale Offenheit und eine Atmosphäre, die Schmerz nicht beschönigt, aber dennoch das Leben feiert.

 

Kino Bad Driburg: Mittwoch, 03.03.2027, 19:00 Uhr

Cineplex Warburg: Dienstag, 13.04.2027, 19:30 Uhr

Land/Jahr: USA 2024

Regie: Mike Flanagan

Darsteller: Tom Hiddleston, Chiwetel Ejiofor, Karen Gillan u.a.

Länge: 111 Minuten

Altersfreigabe: Sehenswert ab 12

 

Verfilmung einer Kurzgeschichte von Stephen King, in der sich das Leben eines Buchhalters zu einer poetischen Meditation über Erinnerung, Verlust und Lebensfreude verdichtet. Die Mischung aus Alltagsrealismus, fantastischen Elementen und berührenden Tanzszenen schafft eine zugleich melancholische wie hoffnungsvolle Tragikomödie, die das scheinbar Gewöhnliche feiert. US 2024

Ausgehend vom Ende eines Lebens entfaltet sich eine ungewöhnliche Geschichte rückwärts durch die Erinnerungen, Hoffnungen und prägenden Momente eines scheinbar ganz gewöhnlichen Mannes. Während die Welt um ihn herum auseinanderzubrechen scheint, richtet sich der Blick zunehmend auf die Schönheit und Einzigartigkeit menschlicher Erfahrungen.

Der Film verbindet Elemente von Drama, Fantasy, Musical und Coming-of-Age-Erzählung zu einer lebensphilosophischen Reflexion über Vergänglichkeit, Identität und die vielen Facetten, die einen Menschen ausmachen. Die episodische, nichtlineare Struktur und wiederkehrende symbolische Motive verleihen der Geschichte einen märchenhaften Charakter. Zwischen Melancholie, Staunen und Lebensfreude entsteht eine warme Atmosphäre, die das Alltägliche als etwas Kostbares erscheinen lässt.

 

Kino Bad Driburg: Mittwoch, 07.04.2027, 19:00 Uhr

Cineplex Warburg: Dienstag, 11.05.2027, 19:30 Uhr

Kirchen in Kino, TV, Radio und Streaming

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Kirchen + Kino - Das Projekt

Kirchen und Kino: ein Verhältnis zwischen heftiger Ablehnung und gesuchter Nähe. Dabei sind die Berührungspunkte größer als angenommen, denn zentrale Momente eines jeden Lebens: Liebe, Hoffnung, Treue, Hingabe, Vertrauen, Leiden, Sterben, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, Lebens- und Liebessehnsucht sind die Themen des Films, zugleich aber auch Kernthemen christlichen Glaubens. Gründe genug, dass die Christen und der künstlerisch autonome Film sich gegenseitig wahrnehmen und ihr jeweils eigenes Wissen, wie denn Leben gelingen könnte, ins Gespräch bringen.

 

Überzeugende Filme verschiedener Genres

Kirchen + Kino. Der Filmtipp, ein ökumenisches Projekt, präsentiert Filme, die von der evangelischen und katholischen Filmarbeit in Deutschland und der Schweiz als Film des Monats bzw. als Kinotipp der katholischen Filmkritik hervorgehoben wurden. Es sind überzeugende Filme, die unabhängig von ihrer jeweiligen geistigen Beheimatung die Sehnsucht nach dem Anderen, nach einem „Mehr des Lebens“, aufrechterhalten.

Der Filmtipp zeigt gelungene Filme verschiedener Genres. Der Filmtipp möchte anregen zum genauen Hinsehen und Lust am Sehen vermitteln, aufklären und zugleich pures Kinovergnügen bereiten.

 

Lassen Sie sich ein auf die Welt und die Welt des Kinos.

 

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